Television from Berlin (FAB) war eine private Fernsehanstalt aus Berlin, die am 15. August 1990 gegründet wurde. Die Ausstrahlung begann jedoch erst ein halbes Jahr später, am 1. Februar 1991. Im Jahr 2009 stellte das Unternehmen nach seiner Insolvenz den Betrieb ein. Mehr über die Geschichte der Firma und die Gründe ihres finanziellen Scheiterns lesen Sie auf berlinfuture.eu.
Fokus auf lokale Themen

Laut den Vertretern der Firma war FAB der erste Sender in Deutschland, der nach dem Prinzip der komplexen Rotation sendete. Das bedeutet, dass neben wiederholten Programmen täglich mehrere Stunden neue Sendungen ausgestrahlt wurden. Television from Berlin war ein Sender, der sich auf lokale und regionale Themen mit hohem Servicegehalt spezialisierte. So wurden im Abendprogramm „Hello Berlin“ neben Nachrichten auch tägliche Ziehungen von „Keno“ und „Lotto Berlin“ gezeigt.
Der Sender präsentierte neue Fernsehformate wie das queere Magazin „Schrill“ oder „Queer and Gay“ von Rosa von Praunheim, das später unter dem Titel „Andersrum“ fortgeführt wurde. Die Aktionärsstruktur bestand aus mehreren mittelständischen Produzenten, darunter Stefan Aust. Mehrheitseigner mit einem Anteil von etwa 40 % war die Deutsche Nachrichtenagentur (DPA). Ende 2006 erhielt FAB eine neue Sendelizenz, die eine Expansion ermöglichte. Im Frühjahr 2008 nahm FAB ein neues, hochmodernes Medienzentrum in der Genthiner Straße im Berliner Tiergarten in Betrieb.
Kreatives Team

Das Programm wurde terrestrisch über DVB-T in Berlin und Brandenburg sowie im Kabelnetz ausgestrahlt. Täglich ab 18:00 Uhr sendete FAB ein 45-minütiges Magazin mit dem Titel „Fenster aus Berlin“, moderiert von Dirk Beinhoff und Lenard Fritz Krawinkel. Die Frequenz wurde zudem in der Nacht (von 1:00 bis 6:00 Uhr) genutzt. Später erhielt der Sender eine eigene analoge Frequenz, die mit der vollständigen Umstellung auf DVB-T in Berlin abgeschaltet wurde.
Die erste Moderatorin von „Fenster aus Berlin“ war Andrea Kiewel. Die Sendung „City Beat“ wurde von Wiebke Wiedeck und Uwe Prätel moderiert, während Andreas Klinner als Moderator und Redakteur tätig war.
Am 29. Januar 2009 meldete FAB Insolvenz an und stellte den Betrieb am 1. April 2009 ein. Einige Programme wurden an regionale Sender wie TV Berlin und Spreekanal Berlin übertragen. Von der Insolvenz betroffen waren 34 Mitarbeiter, darunter Festangestellte und Auszubildende.
Gründe für die Insolvenz

Als Hauptursache für die Insolvenz nannte Geschäftsführer Mayer-Hormann offene Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro, die mit dem Bau des neuen Medienhauses in der Genthiner Straße zusammenhingen. Zudem gab es laut Mayer-Hormann Konflikte mit dem US-amerikanischen Eigentümer des Gebäudes.
2007 hatte Mayer-Hormann zusammen mit einem nicht genannten Investor ein vierstöckiges Gebäude errichtet, das sowohl als Veranstaltungsort für Medienevents mit bis zu 900 Gästen als auch für die Redaktion, Technik und Verwaltung von FAB vorgesehen war. Auf einer Gesamtfläche von 2000 Quadratmetern sollten weitere „Medienpartner“ angesiedelt werden. Doch weder fand sich ein Mieter für das geplante Mediencafé, noch konnte das Gebäude wirtschaftlich genutzt werden. Mayer-Hormann gestand in einem Interview auch zahlreiche bauliche Mängel ein. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf etwa zehn Millionen Euro.
Trotz der finanziellen Probleme beschrieb Mayer-Hormann FAB stets als „einen ungeschliffenen Diamanten“. Zum Zeitpunkt der Insolvenz beschäftigte der Sender 29 Angestellte und fünf Auszubildende. Die Belegschaft wurde auf einer Betriebsversammlung vor der letzten Sendung über die Insolvenz informiert.