Montag, Februar 9, 2026

Berlin: von Start-ups bis zu E-Sport-Arenen

Berlin hatte lange den Ruf als historische Perle Europas mit einem reichen Erbe und einer bunten Jugendszene. Doch zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde die Stadt auch zur neuen Hauptstadt des europäischen E-Sports. Im Jahr 2020 erwirtschaftete diese Branche in der Stadt einen Umsatz von über 8,5 Milliarden Euro und machte Berlin damit zum größten Markt in Europa. Gamer aus aller Welt kommen hierher nicht nur, um zu gewinnen, sondern auch, um die Atmosphäre zu erleben – lebendig, innovativ und dynamisch. Turniere auf dem Niveau der League of Legends Weltmeisterschaft oder der Valorant Champions sind längst nicht mehr nur Spiele, sondern Shows von olympischem Ausmaß. Laut Riot Games versammelte das Finale der Weltmeisterschaft 2024 über 6,4 Millionen Zuschauer gleichzeitig vor den Bildschirmen – ein neuer Weltrekord für den E-Sport. Und das ist erst der Anfang. Mehr auf berlinfuture.eu.

Berlin – der europäische Hub des E-Sports

Berlin wird oft als die Hauptstadt des E-Sports in Europa bezeichnet, und das aus gutem Grund. Denn in dieser Stadt treffen Kreativität auf Innovation, werden Trends gesetzt, Legenden geschaffen und Millionen verdient. Die deutsche Hauptstadt hat den Status eines gewöhnlichen historischen Zentrums oder Startup-Inkubators längst hinter sich gelassen und in den 2020er Jahren selbstbewusst die Führung auf der Gaming-Landkarte des Kontinents übernommen.

So nimmt Deutschland eine der führenden Positionen in der Welt der Computer- und Videospiele ein, und Berlin ist der wahre Motor dieses Fortschritts. Hier haben fast ein Fünftel aller deutschen Gaming-Unternehmen ihre Niederlassungen, darunter Branchenriesen wie InnoGames, Wooga und Kolibri Games. Ihr Beitrag zur lokalen Wirtschaft ist kaum zu überschätzen: von Investitionen und Technologien bis hin zu Arbeitsplätzen und dem kulturellen Klima.

Ein pazifistischer Durchbruch in der Hauptstadt der Innovation

Leistungsstarkes Internet, moderne Studios, eine technologische Basis, die den Belastungen großer Turniere standhält – das ist Berlin. Alles ist so eingerichtet, dass Gamer ohne Lags trainieren und Wettbewerbe ohne technische Pannen stattfinden können. Genau deshalb ist die Stadt für Turnierveranstalter und Streamer so attraktiv. Auch die E-Sport-Kultur entwickelt sich systematisch. Bereits 2016 wurde in der Stadt der erste offizielle E-Sport-Verein gegründet. In den 2020er Jahren zählt er bereits über 100 Mitglieder und 40 aktive Spieler, die Dutzende von Trainingsstunden und bedeutende Trophäen vorweisen können. Jeder, der Lust und Liebe zum Spiel hat, kann beitreten. 

Zudem gibt es thematische Bars und Cafés, in denen Fans und Spieler Gleichgesinnte, Teams und neue Möglichkeiten finden. Bereits 2018 eröffnete der Berliner Verein sogar eine E-Sport-Akademie – eine der ersten in der Bundesliga. Dort werden nicht nur Spielfähigkeiten trainiert, sondern auch die richtige Ernährung, körperliche Fitness und der Aufbau des eigenen Images in den sozialen Netzwerken gelehrt. Zum Symbol der neuen Generation wurde die Spielerin Mari Preradović – die erste Frau, die die Virtuelle Bundesliga gewann.

Wo die Legenden von League of Legends geboren werden?

In der Welt des E-Sports ist „League of Legends“ nicht nur ein Spiel, sondern ein globales Phänomen mit Millionen von Fans und einer eigenen Star-Elite. Und gerade Berlin wurde zu einem der Hauptzentren dieser Gamer-Kultur. Hier befindet sich der europäische Hauptsitz von Riot Games, was den Status der Stadt als strategisches Zentrum für Entwickler und Spieler bestätigt. In der deutschen Hauptstadt trainieren die Besten der Besten: das Team „Vitality“, wo die Gamer alles Notwendige für tägliche intensive Trainingseinheiten haben, und die Teams von „G2 Esports“, die sich im ehemaligen Checkpoint Charlie versammeln, den sie unter sich den E-Sport-Palast nennen.

Berlin fördert nicht nur Stars, sondern spielt auch selbst eine Schlüsselrolle im Leben von „League of Legends“. Jedes Jahr findet in der Hauptstadt das Hauptereignis der Region statt – die League of Legends EMEA Championship. Das ist nicht nur ein Turnier, sondern ein echtes Gamer-Festival, das Tausende von Fans anzieht und die Stadt in eine Arena von Weltrang verwandelt. Die Metropole mit ihrer dynamischen Szene, idealen Bedingungen für Spieler und Offenheit für Innovationen trägt zu Recht den Titel der europäischen Hauptstadt von LoL. Und diese Position gedenkt sie nicht aufzugeben.

Auf der Bühne – Riot Games Berlin

Ein neuer Entwicklungssprung erfolgte im Januar 2024, als in Adlershof die neu gestaltete Riot Games Arena eröffnet wurde. Der ehemalige LEC-Standort wurde in ein modernes Hauptquartier für die Turniere der League of Legends EMEA und der Valorant Champions Tour EMEA umgewandelt. Und wenn es um Teams geht, kommt man an G2 Esports nicht vorbei. Die 2013 gegründete Berliner Organisation ist zu einem wahren Giganten der Szene herangewachsen: 16 LEC-Titel bis 2024, der Sieg beim Mid-Season Invitational 2019 und der Status eines der erfolgreichsten Teams Europas im Jahr 2025. 

Neue Spiele ohne alte Klischees

 

Und während die europäische Gamer-Welt bei weiteren Schlachten in den E-Sport-Arenen explodiert, formiert sich in Berlin allmählich eine bescheidenere, aber nicht weniger revolutionäre Kraft – eine junge Generation von Entwicklern, die anders denkt. Sie kommen nicht mit Schwertern und Blastern, sondern mit Ideen – kreativ, mutig und friedlich. Der Besuch bei Riot Games verspricht also eine Menge Eindrücke und Emotionen. Insbesondere die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) wurde zur Quelle eines unerwarteten Trends – pazifistische Videospiele. Ihre Studierenden schaffen eine Alternative zur gewohnten Spiellandschaft, in der Explosionen, Gewalt und Chaos die Norm sind. Ihr Kurs lautet: Ruhe, Kreativität und neue Sinninhalte. 

Ein leuchtendes Beispiel dafür ist „Islanders“ – ein Spiel, bei dem eine Stadt auf einer kleinen Insel gebaut wird. Es ist ein Wettbewerb ohne Stress und Kämpfe für Liebhaber eines ruhigen, ja sogar meditativen Gameplays. Hinter dem Projekt steht Grizzlygames, zu dessen Gründern der HTW-Absolvent Friedemann Allmenröder gehört. Eine weitere interessante Entwicklung ist „Abriss“ vom Studio „Randwerk Games“. Sein Schöpfer Johannes Kopp beschloss, mit den Konventionen zu brechen: ein Spiel über die großflächige Zerstörung von Gebäuden, aber ohne Opfer. Nur Architektur, Physik und eine grandiose Show visueller Effekte. Herr Kopp wollte ein Spiel schaffen, das für alle zugänglich ist, ohne Blut und Gewalt, und erzielte damit beachtlichen Erfolg.

Der Einstiegspunkt in die globale Gaming-Welt

Die HTW unterstützt ihre Studierenden nicht nur mit Hörsälen, sondern auch mit realen Möglichkeiten: ausgestatteten Laboren, interdisziplinärer Zusammenarbeit und einem Schwerpunkt auf Unternehmertum. Der Koordinator für Gamedesign, Thomas Bremer, betonte stets, dass die Studierenden nicht nur Spiele, sondern Unternehmen schaffen. So entstand „Toukana Interactive“ – das Team hinter „Dorfromantik“. Dieses Aufbauspiel, das als Studienprojekt begann, sammelte Auszeichnungen, darunter den prestigeträchtigen Deutschen Computerspielpreis 2021, und wurde zum kommerziellen Hit. 

In Berlin spricht man auch immer häufiger nicht nur über Technologien, sondern auch über die Teams, die sie entwickeln. Im Studio „Wooga“, bekannt für seine mobilen Hits, wird größter Wert auf Vielfalt gelegt. Und im Studio „Fein Games“, gegründet von Francisca Ziner, arbeiten ausschließlich Frauen. Denn die Gründerinnen haben es sich zum Ziel gesetzt, nicht so sehr Spiele zu schaffen, sondern einen Raum, in dem Frauen frei kreativ sein können, ohne sich in die von Männern dominierten Clubs der Branche einfügen zu müssen.

Von Pixeln zu Preisen

Im 21. Jahrhundert hat Berlin seinen Ruf als europäisches Zentrum für E-Sport und innovative Spieleentwicklung gefestigt. Es ist nicht mehr nur eine Stadt mit gutem WLAN, sondern ein besonderes Ökosystem, in dem Gamer, Entwickler, Investoren und Visionäre harmonisch koexistieren. Hier kann man nicht nur auf höchstem Niveau trainieren, sondern auch Gleichgesinnte, ein Team und sogar den Weg zu einer professionellen Karriere in der Branche finden. Ja, der Wettbewerb mit E-Sport-Metropolen wie Seoul, Paris oder Los Angeles erfordert ständige Investitionen, ehrgeizige Strategien und neue Ideen. Das weiß man in Berlin. Aber die Akteure sind überzeugt, dass sie das Wichtigste besitzen – die lebendige Energie des Wandels, die es ihnen ermöglicht, an der Spitze zu bleiben. Und alles andere kann man später nachholen, und die Praxis zeigt, dass sie damit Recht haben.

Quellen:

  1. https://www.game.de/guides/game-fokus-esport/die-geschichte-des-esports/
  2. https://berlin030.de/die-gamer-szene-in-berlin-europas-fuehrende-esport-metropole/
  3. https://berlinpoche.de/esport-berlin

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