Montag, Februar 9, 2026

Nach Facebook und Airbnb: Berlinerin gründet neues soziales Netzwerk

Sera Akyazici wollte ursprünglich einen digitalen Souvenirladen eröffnen. Doch nun entwickelt sie ein soziales Netzwerk, das kreative Menschen aus aller Welt zusammenbringen soll. Mehr über die Idee der Berlinerin erfahren Sie auf berlinfuture.eu.

Das weiße UFO Futuro13

Alles begann in Istanbul. Dort kam Sera Akyazici die Idee, ein etwas anderes soziales Netzwerk zu gründen. Dort teilte sie ihre Gedanken erstmals mit Freunden und organisierte das erste Event zur Projektvorstellung. Die Veranstaltung war erfolgreich, da sie im Kreise von Freunden stattfand. Die Plattform befand sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Entwicklungsphase. Das nächste Event zur Vorstellung von „TOURIST“ – so lautet der Name der Plattform – fand in Berlin an der Spree statt, unter anderem im „Funkhaus Berlin“. Die Party erinnerte an eine Mischung aus Klanginstallation, Ausstellung und Konzert.

Sera präsentierte „TOURIST“ in Berlin auf kreative Weise unter der künstlerischen Leitung von Denis Olgak. Neben Installationen und Performances von William Russell, Bendik Giske und „La Luz“ von Kiani del Valle mit Ludwig Wandinger war das Highlight der Veranstaltung das weiße UFO Futuro13. Dieses Raumschiff wurde vom finnischen Architekten Matti Suuronen in den 1960er-Jahren als mobiles Zuhause entworfen. Futuro13, eines der wenigen intakten Exemplare, schwebt heute mitten auf der Spree.

Die Präsentation von „TOURIST“

Die Besucher erwartete eine audiovisuell-künstlerische Installation, eine Art geführte Meditation. Der zentrale Bestandteil der Installation wurde vom Berliner Künstlerkollektiv Sucuk and Bratwurst gestaltet. Der Xenomorph Chair – ein Stuhl in Form eines Alienkopfes – bot durch speziell entwickeltes Design, Klang und Beleuchtung das Gefühl eines Raumschiffstarts. Dies war symbolisch, denn Sera sieht „TOURIST“ als eine Plattform, die kreative Menschen weltweit in einer „Galaxie mit Milliarden von Sternen, jeder mit seinem eigenen sozialen Mikrokosmos aus Fähigkeiten und Interessen“ vereint.

Die Idee zu „TOURIST“ kam der 26-jährigen Sera erstmals im Keller ihres verstorbenen Großvaters, eines Mitglieds der ersten Generation türkischer Gastarbeiter in Deutschland. Dort fand sie einen View-Master, einen tragbaren Dia-Betrachter, den ihr Großvater in den 1980er-Jahren in Mekka gekauft hatte. Darauf stand „Tourist Store“. Dieses Fundstück inspirierte sie, über das Wort „Tourist“ und dessen Bedeutung nachzudenken.

Eine verbundene Weltkarte

Der View-Master brachte Sera auf die Idee, dass heutige Touristengeschäfte oft langweilig sind. Zwar gibt es T-Shirts mit Aufschriften wie „I Love Berlin“, aber wenig Kreatives, das die Stadt wirklich repräsentiert. Ursprünglich plante sie, „TOURIST“ als kuratierten digitalen Souvenirladen in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern zu starten.

Doch ihre Pläne änderten sich. Sie arbeitete in solchen Läden und empfand wenig Freude daran. Daher beschloss sie, selbst etwas zu schaffen. Die Verbindung von Events, Produktionen und Menschen ist ihre Welt. „TOURIST“ ist heute eine Mischung aus Talentschmiede, PR- und Event-Agentur. Vor allem aber ist es eine Plattform, die kreative Menschen zusammenführt.

Sera plant, zunächst die „TOURIST“-App zu starten und eine Plattform zu schaffen, auf der Kreative ihre Ideen präsentieren können. Jeder Nutzer soll bei der Profilerstellung angeben können, wo er geboren wurde, aufgewachsen ist und lebt. Denn die Orte, an denen wir Zeit verbringen, prägen uns als Persönlichkeit. Am Ende entsteht eine verbundene Weltkarte.

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