Montag, Februar 9, 2026

Technische Universität Berlin – die Wiege der IT-Bildung in der deutschen Hauptstadt

Wenn es um IT-Bildung in Berlin geht, ist das Erste, was einem in den Sinn kommt, die Technische Universität, bekannt als TU Berlin. Dies ist nicht nur eine Bildungseinrichtung, sondern ein Ort, an dem das digitale Zeitalter Deutschlands lange vor dem Aufkommen von Smartphones, Cloud-Computing und künstlicher Intelligenz an Fahrt aufnahm. Heutige Studierende erforschen dort die Wissenschaften, visualisieren Big Data auf einer Videowand auf dem Campus, bauen Roboter und programmieren Mikrocontroller. Doch alles begann viel früher – mit Menschen, Zeichnungen, Drähten und einem Erfinder, der von einer „denkenden Maschine“ träumte. Mehr dazu auf berlinfuture.eu.

Eine Ideenfabrik im Herzen Berlins

Die Geschichte der Technischen Universität Berlin begann nicht mit Computern oder Laboren, sondern mit den Ambitionen von König Friedrich II., der bereits im 18. Jahrhundert erkannte, dass die Zukunft den Ingenieuren gehört. Im Jahr 1879, als Dampfmaschinen bereits das Gesicht Europas veränderten, schlossen sich in Berlin die Bauakademie und die Gewerbeakademie zur Königlich Technischen Hochschule zusammen. Später, im Jahr 1916, kam auch die Bergakademie hinzu.

Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts veränderte die Spielregeln schnell: Der Bedarf an Fachleuten wuchs, die nicht nur mit Metall und Dampf umgehen konnten, sondern auch wissenschaftlich und strategisch dachten. Und genau die Technische Universität Berlin wurde zum Ort, an dem solche Spezialisten ausgebildet wurden. Im Jahr 1906 erkannte der Verein Deutscher Ingenieure an, dass diese Einrichtung zu einem intellektuellen Zentrum, einem beneideten Vorbild und einem Herd des technologischen Fortschritts geworden war.

Der Geburtsort der Computerrevolution

In den 1930er Jahren setzte sich die Entwicklung der Einrichtung trotz der harten Politik der Nationalsozialisten fort, und die Studierenden lernten weiterhin Mechanik und andere für das Land wichtige Wissenschaften. Ein großer Durchbruch war die Erfindung des Absolventen der Einrichtung, des Ingenieurs Konrad Zuse, der 1941 den ersten programmierbaren Computer der Welt, die Z3, baute – nicht in einem hochmodernen Labor, sondern in einer bescheidenen Berliner Werkstatt. Er wurde nicht über eine Tastatur, sondern mittels eines Lochstreifens programmiert und hatte statt Mikrochips elektromechanische Relais. Aber er funktionierte nach einem Prinzip, das auch in modernen Computern verankert ist. Die Idee entstand an der Technischen Universität, wo Zuse erstmals Ingenieurdenken mit abstrakter Logik verband und der Menschheit den Weg ins digitale Zeitalter ebnete.

Für die Universität war dies ein historischer Moment: Schon bevor der Begriff „Informatik“ aufkam, wurde die Einrichtung zum Pionier der Computerwissenschaft. Dort wurde nicht nur gelehrt, sondern es wurden neue Wege entwickelt. Und obwohl der Computer Z3 im Krieg zerstört wurde, blieb die Idee selbst erhalten, und aus ihr begann eine Ära, die später als Informationszeitalter bezeichnet wurde.

Der Neustart der Technischen Universität Berlin

Während des Zweiten Weltkriegs war die Einrichtung geschlossen und konnte erst 1946 nach Kriegsende wiedereröffnet werden. Die Universität distanzierte sich jedoch entschieden von der nationalsozialistischen Vergangenheit und erhielt den neuen Namen Technische Universität. In den 1960er Jahren wurde der Campus der Einrichtung zu einem Symbol des Wandels in West-Berlin und entwickelte sich zum Epizentrum von Studentenprotesten, Diskussionen und Reformen.

Die Jugend forderte nicht nur eine bessere Bildung, sondern auch die Beteiligung an der Lösung politischer und sozialer Fragen, was sich in Vorlesungen und auf den an den Wänden angebrachten Plakaten widerspiegelte. Es ist erwähnenswert, dass sich in diesen Jahren das deutsche Hochschulsystem zu verändern begann: neue Fakultäten und wissenschaftliche Institute wurden eröffnet, und die ersten Formen der studentischen Selbstverwaltung entstanden.

Wie die Informatik aufhörte, ein Anhängsel der Mathematik zu sein

 

In den 1970er Jahren benötigten Computer große Räume, und das Wort „Informatik“ klang für viele geheimnisvoll oder wie eine bloße Modeerscheinung. Doch genau zu dieser Zeit setzte die Technische Universität Berlin auf die Zukunft und richtete einen der ersten vollwertigen Fachbereiche für Informatik in Deutschland ein. Dies war nicht nur ein Lehrgang für Ingenieure, sondern der Versuch, eine neue Denksprache zu schaffen, in der die Hauptbegriffe „Algorithmus“, „Schleife“ und „Datenstruktur“ waren. Skeptiker aus anderen Fachbereichen wunderten sich: Warum stanzen die Studierenden Lochkarten, anstatt Integrale zu berechnen oder Schaltpläne zu zeichnen?

Doch in den Hörsälen tobte bereits eine intellektuelle Revolution. Studierende saßen stundenlang über Code in Pascal und Fortran, gaben ihre Programme an einen großen Mainframe weiter und warteten auf das Ergebnis. Es gab wenig Technik und noch weniger praxisorientierte Dozenten, aber genau dieses Problem wurde zum Katalysator für Kreativität. Junge Programmierer experimentierten mit der Visualisierung von Daten, automatisierten Berechnungen, und einige sprachen sogar schon von künstlicher Intelligenz, lange bevor dies zu einem modischen Hashtag wurde.

Der eigentliche Durchbruch gelang, als eine Gruppe von Enthusiasten versuchte, Ingenieurprozesse in der Sprache Simula zu modellieren – dem Vorläufer aller objektorientierten Programmiersprachen. Das war der Moment, in dem das Programmieren zu einer Methode der Weltmodellierung wurde. Die Technische Universität Berlin begann damals, nicht nur Computernutzer auszubilden, sondern jene, die in der Lage waren, nach menschlicher Logik zu programmieren. Und obwohl es noch kein Google oder GitHub gab, war die Atmosphäre auf dem Campus beinahe die eines Start-ups: Alles wurde zum ersten Mal gemacht, ohne Anleitungen und Vorlagen. In dieser Zeit gelang es, die exzellente Bibliothek der Technischen Universität Berlin aufzubauen.

Als die TU Berlin zum Magneten für die ersten IT-Pioniere wurde

In den 1980er Jahren verließen die Computer an der Technischen Universität Berlin die Labore und wurden zum technologischen Herzen des Campus. Studierende und Dozenten blieben immer häufiger bis zum Morgengrauen in den Computerräumen: Einige bauten ihre ersten lokalen Netzwerke auf, andere konfigurierten unermüdlich frühe UNIX-Systeme. Es schien, als lebe die Universität nach ihrem eigenen Rhythmus – tagsüber Vorlesungen über Algorithmen, nachts Sitzungen zum Debugging von Protokollen. Zu dieser Zeit begannen Forscher aus den USA, Großbritannien und Frankreich an die Einrichtung zu kommen. Internationaler Austausch, Gastvorlesungen und neue Ideen belebten den Fachbereich: Die Informatik wurde zu einer globalen Sprache, und die TU Berlin beherrschte sie.

Nach dem Fall der Berliner Mauer übernahm die Technische Universität Berlin faktisch die Führung in der digitalen Revolution. Es wurden Kurse zu Datenbanken, C++, Betriebssystemen und – damals noch exotisch – Kryptographie eingeführt. Das war bereits Informatik mit Ambitionen: nicht nur Code schreiben, sondern die Infrastruktur der Zukunft bauen. Die Studierenden lernten, Softwarearchitekturen zu entwerfen, verstanden, wie das Internet funktioniert und wie man Informationen schützt. Genau in diesen Jahren begann die Technische Universität Berlin, eng mit den Giganten der IT-Industrie zusammenzuarbeiten: Siemens, SAP, IBM, die nicht nur mit ihren Logos an die Universität kamen, sondern auch mit realen Projekten, Praktika und Laboren. Die Hochschule wurde zu einer Plattform für Experimente, Partnerschaften und Durchbrüche, wo Wissen praktische Bedeutung erlangte. So festigte die Einrichtung für immer ihren Ruf als Schmiede für IT-Talente, die in der Lage sind, systemisch zu denken und global zu handeln.

Die treibende Kraft des digitalen Berlins

In den 2020er Jahren hat sich die Technische Universität Berlin zu einem intellektuellen Hub von Weltrang entwickelt, an dem Informatik nicht nur studiert, sondern in Echtzeit geschaffen wird. Auf dem Campus kann man über 130 Sprachen hören, Studierende aus aller Welt kommen hierher, Vorlesungen werden auf Deutsch und Englisch gehalten, und Start-ups werden praktisch zwischen den Vorlesungen geboren. Im Rahmen der Initiative Startup Incubator Berlin hilft die Einrichtung ihren Studierenden, alles zu starten: von Apps für den städtischen Nahverkehr bis hin zu neuronalen Netzen zur Klimaanalyse. Dort träumt man nicht nur von großen Ideen, sondern setzt sie in Prototypen, Präsentationen und Geschäftsmodelle um.

Stolz ist die Technische Universität auch auf ihr Labor für KI und Robotik. Die Einrichtung hat über 30 Forschungsgruppen versammelt, die sich mit den aktuellsten Themen befassen: künstliche Intelligenz, Ethik von Algorithmen, Quantencomputing und Cybersicherheit. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut werden groß angelegte Projekte in den Bereichen Automatisierung, Smart City und Industrie 4.0 gestartet. All dies geschieht in der Praxis: Die Studierenden haben Zugang zu Simulatoren, Robotern und einem eigenen Rechenzentrum. Die TU Berlin führt auch aktiv Online-Schulungen für Mitarbeiter im Rahmen des Programms „Moses“ durch.

Die Technische Universität veranstaltet auch Hackathons, Diskussionen und öffentliche Vorlesungen, zu denen Schüler, Unternehmer und städtische Aktivisten kommen. Sie unterstützt schulische IT-Programme, die junge Menschen ansprechen. Diese Einrichtung wird zunehmend als öffentlicher Motor der digitalen Transformation Berlins bezeichnet, wo eine neue Ära berechnet wird. Und das entspricht voll und ganz der Realität.

Quellen:

  1. https://www.tu.berlin/ueber-die-tu-berlin
  2. https://www.tu.berlin/ueber-die-tu-berlin/geschichte/historie-der-universitaet
  3. https://www.mygermanuniversity.com/universities/Technische-Universitaet-Berlin/subject/information-technology-it
  4. https://habr.com/ru/companies/ua-hosting/articles/386247/
  5. https://moseskonto.tu-berlin.de/moses/index.html

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