Montag, Februar 9, 2026

Von der Industrie zur Innovation: Siemens und die IT-Revolution in Berlin

Berlin hat sich längst als eines der führenden Zentren für technologische Innovationen in Europa etabliert. In diesem Prozess spielen sowohl junge Start-ups als auch internationale Konzerne mit reicher Geschichte eine Schlüsselrolle. Eines dieser Unternehmen ist Siemens – ein Industriegigant, der nicht nur tiefe historische Wurzeln in der deutschen Hauptstadt hat, sondern auch die Zukunft der Stadt im digitalen Zeitalter aktiv gestaltet. Seit seiner Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich Siemens von einem Hersteller von Telegrafenanlagen zu einem weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Ingenieurwesen, Automatisierung und Informationstechnologie entwickelt. Im 21. Jahrhundert investiert das Unternehmen Hunderte Millionen Euro in innovative Projekte, den Ausbau der IT-Infrastruktur und die Unterstützung des technologischen Ökosystems in Berlin. Mehr dazu auf berlinfuture.eu.

Eine Erfolgsgeschichte, die die Stadt veränderte

Schon in den ersten Jahren ihres Bestehens gab Siemens & Halske das Tempo für den technischen Fortschritt vor. Das 1847 von Werner von Siemens gegründete Unternehmen hat sich nicht nur in der industriellen Landschaft Berlins verwurzelt, sondern wurde sogar zu dessen treibender Kraft. Alles begann mit Telegrafen und Messinstrumenten in einer bescheidenen Werkstatt, doch bereits 1852 zog man in die geräumigen ehemaligen Kasernen an der Markgrafenstraße in Kreuzberg um. Dort entstanden schnell die ersten großen Gebäude, die den Grundstein für den zukünftigen industriellen Aufschwung legten.

Und es ging weiter. Das Jahr 1866 wurde zu einem echten Durchbruch: Werner von Siemens entdeckte das dynamoelektrische Prinzip, und das veränderte die Spielregeln in der Elektrotechnik. Die Stromerzeugung wurde nicht nur einfacher, sondern auch billiger. Im Jahr 1881 wurden die Berliner Zeugen eines wahren Wunders, als in Groß-Lichterfelde die erste elektrische Straßenbahn in Betrieb genommen wurde, entwickelt in den Werkstätten von Siemens. Anfang der 1890er Jahre beschäftigte das Unternehmen bereits über 3.000 Mitarbeiter. Bald erkannten die Gründer, dass die Produktionsstätten nicht mehr ausreichten und eine globale Expansion notwendig war. Und das war nur noch eine Frage der Zeit.

Das Wunder von Berlin – die Siemensstadt

Im Jahr 1897 erwarb das Unternehmen unter der Leitung des Sohnes des Gründers, Georg Wilhelm von Siemens, ein großes, unbebautes Grundstück zwischen Charlottenburg und Spandau. Damals war es eine Brachfläche, aber dank der gewaltigen Anstrengungen der Eigentümer entstand ein neuer Stadtteil mit eigenem Namen – Siemensstadt. Die Architekten Karl Janisch und Hans Hertlein schufen charakteristische Bauten im wiedererkennbaren „Siemens-Stil“ – zurückhaltend, funktional und mit einer industriellen Ästhetik. Anfangs arbeiteten dort nur wenige hundert Arbeiter. Aber das Siemens-Imperium wuchs, und mit ihm die kleine Stadt. 1884 musste die Produktion aufgeteilt werden: Die Kabelherstellung wurde nach Charlottenburg in den Bezirk Salzufer verlagert, wo sich das Unternehmen auf Starkstromausrüstung, insbesondere auf Dynamomaschinen, konzentrierte. In Kreuzberg wurden bis 1905 weiterhin Telegrafen, Telefone, Signalanlagen und andere Schwachstromtechnik hergestellt.

Ende der 1920er Jahre überstieg die Zahl der Siemens-Mitarbeiter bereits 65.000. Es war nicht mehr nur eine Fabrik, sondern eine eigene Welt mit eigener Infrastruktur: Wohnungen, Verkehrsanbindung, soziale Einrichtungen. Und genau zu dieser Zeit wurden auf Initiative des Berliner Stadtbaurats Martin Wagner Architekturstars wie Walter Gropius, Hans Scharoun und Otto Bartning in die Planung des Wohngebiets einbezogen. Ihre Arbeit schuf ein Beispiel für ein funktionales, modernistisches Wohnumfeld für Arbeiter – die Wohnsiedlung Siemensstadt, die im 21. Jahrhundert zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Der gemeinsame Weg zur „Smart City“

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts glich die Siemensstadt im Westen Berlins einem Museum des Industriezeitalters: Backsteingebäude, verlassene Werkshallen, die Stille einstiger Macht. Doch alles änderte sich 2018, als Siemens ankündigte: Es startet nicht nur eine Rekonstruktion, sondern ein kompletter Neustart. Über 600 Millionen Euro wurden in das gigantische Projekt Siemensstadt Square investiert – ein neuer innovativer Hub, der das ehemalige Industriegebiet in ein echtes digitales Zukunftslabor verwandelte. In den 2020er Jahren spricht man dort nicht mehr über Schrauben und Drähte, sondern über künstliche Intelligenz, „Smart Cities“, Cybersicherheit und Industrie 4.0.

Siemens arbeitet aktiv mit Universitäten, Forschungsinstituten und Technologie-Start-ups der deutschen Hauptstadt zusammen, insbesondere mit der Technischen Universität Berlin (TU Berlin), dem Fraunhofer-Institut und Teams, die an Energie, IoT und Cloud-Lösungen arbeiten. Wenn in Berlin von digitalen Technologien, industrieller Automatisierung oder intelligenten Systemen die Rede ist, steht meist Siemens hinter diesen Plänen und Projekten. Das Unternehmen verfügt in der Stadt über ein großes Netzwerk von Zentren, in denen aktiv an Software für die „smarte“ Industrie, der Verarbeitung großer Datenmengen und Cloud-Plattformen gearbeitet wird. Ein Beispiel ist MindSphere – ein digitales Gehirn, das Unternehmen hilft, ihre Prozesse besser zu verstehen.

Erfindungen, die Berlin bewegen

In den 2020er Jahren entwickelt Siemens nicht nur Technologien, sondern belebt auch aktiv das lokale IT-Ökosystem. In Berlin isoliert sich das Unternehmen nicht auf seinen eigenen Campussen: Es kooperiert mit Technologieparks, unterstützt Start-up-Inkubatoren und arbeitet mit der städtischen Initiative Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie zusammen. Und, was wichtig ist, es investiert in Bildung – von klassischen MINT-Disziplinen bis hin zu neuen Formen des ingenieurwissenschaftlichen Denkens.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist Siemens Mobility. In Berlin arbeitet dieses Team an digitalen Systemen zur Steuerung des Schienenverkehrs. Ein weiterer Name, der in Gesprächen über Innovationen oft fällt, ist das MindSphere Application Center. Es ist nicht nur ein Büro, sondern auch eine Plattform für die Zusammenarbeit, auf der Siemens-Spezialisten gemeinsam mit Kunden Lösungen für „smarte“ Städte und Unternehmen entwickeln.

Erwähnenswert ist auch Siemensstadt Square – nicht nur eine Sanierung eines Industriegebiets, sondern ein groß angelegtes Experiment, bei dem die Stadt zur Spielwiese für technologische Entwicklungen wurde. Und das Wichtigste: Das Unternehmen versucht nicht, alles allein zu machen. Es bezieht Universitäten mit ein, veranstaltet Hackathons und gibt jungen Ingenieuren die Möglichkeit zu experimentieren. So ist Siemens durch die Teilnahme an Initiativen wie Berlin Partner zu einer Art Brücke zwischen Großunternehmen und jungen Technologie-Teams geworden. In Berlin entstehen jedes Jahr mehr gemeinsame Entwicklungen, Testprojekte und Kooperationsmodelle, die noch zu Beginn des Jahrhunderts wie Science-Fiction erschienen.

Der Berliner Code von Siemens

Das heutige Unternehmen Siemens ist einer der größten IT-Arbeitgeber Berlins. Aber es geht nicht nur um die Größe. Siemens ist ein Treiber und Katalysator für die Transformation der deutschen Hauptstadt in ein technologisches Zentrum Mitteleuropas. Und was zu Beginn des 21. Jahrhunderts unmöglich schien, ist dort in den 2020er Jahren Realität geworden. In Berlin gibt es nur wenige Namen, die so fest in der Stadtgeschichte verankert sind wie Siemens. Dieses Unternehmen ist nicht nur ein weiterer Industriegigant, sondern auch ein Architekt der Stadtentwicklung. Einst veränderten seine Erfindungen das Konzept der Kommunikation, erleuchteten die Straßen der Hauptstadt mit elektrischem Licht, gaben der Mobilität Impulse und machten den Alltag der Bürger außerordentlich komfortabel. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Aktien von Siemens Energy nicht nur in Deutschland extrem hoch gehandelt werden.

Und das Unternehmen plant nicht, hier aufzuhören. Die Pläne bis 2030 sehen Spandau vor, wo sich einer der historischen Standorte von Siemens befindet. Unternehmensvertreter haben Journalisten bereits versprochen, dass dieser Ort zum Campus der Zukunft wird, und das ist nicht nur ein ambitioniertes Rebranding. Siemens plant, einen neuen Raum für Experimente, Zusammenarbeit und neue Ideen zu schaffen, in dem Start-ups, Labore und Ideen, die noch in der Projektphase sind, entstehen sollen. Zeitungen bemerken oft, dass Siemens in Berlin nicht einfach nur präsent sein kann; dieses Unternehmen hinterlässt immer seine Spuren – von der elektrischen Schiene bis zum digitalen Code. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass sich die deutsche Hauptstadt auch weiterhin gemeinsam mit diesem Giganten des Fortschritts entwickeln wird.

Quellen:

  1. https://www.visitberlin.de/en/siemens-made-berlin
  2. https://www.siemensstadt.siemens.com/en
  3. https://techinformed.com/siemens-plots-digital-twin-powered-neighbourhood-in-berlin/
  4. https://techxplore.com/news/2024-06-german-giant-siemens-revive-historic.html

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