Montag, Februar 9, 2026

Einzigartige Berliner Ampelmänner: Geschichte der „Ampelmänner“

Wie oft am Tag überquert ein Mensch die Straße an einer Ampel? 5 Mal? 10 Mal? Vielleicht sogar noch öfter. Jeden Tag gehen wir bei Grün über die Straße, ohne dem seltsamen kleinen Mann mit Hut große Beachtung zu schenken. Doch jeder, der einmal in Berlin war, dürfte die einzigartigen Ampeln bemerkt haben, die sich deutlich von den anderen in Deutschland und weltweit unterscheiden. Der grüne Ampelmann schreitet energisch voran, während der rote mit ausgebreiteten Armen wie ein Stoppsignal für Fußgänger wirkt, schreibt berlinfuture.eu.

Die auffällige Besonderheit der Berliner Ampeln liegt genau in dieser kleinen Figur mit Hut. Nur wenige wissen, dass es sich hierbei nicht einfach um ein spezielles Design handelt, sondern um eine faszinierende Geschichte, die die Berliner Ampeln weltweit einzigartig macht.

Der Ampelmann, wie die Figur genannt wird, spielt in Berlin eine weit größere Rolle, als man zunächst vermuten könnte. Er ist ein Kultsymbol der DDR, dessen Geschichte wir in diesem Artikel beleuchten.

Wie kamen die ersten Ampeln nach Berlin?

Die Geschichte der Ampeln in der deutschen Hauptstadt begann im Jahr 1961, zur Zeit des Baus der Berliner Mauer. Die Stadt war in einen östlichen und einen westlichen Teil geteilt. In beiden Teilen bestand ein dringender Bedarf, verschiedene Lebensbereiche, insbesondere den Straßenverkehr, zu regulieren. Wegen der hohen Unfallzahlen war es für Fußgänger gefährlich, die Straßen zu überqueren.

Um den Verkehr zu stabilisieren, entwickelte der bekannte Verkehrssicherheitspsychologe Karl Peglau die ersten Fußgängerampeln in Berlin. Zwar gab es damals bereits Ampeln in der Stadt, diese waren jedoch ausschließlich für Fahrzeuge gedacht. Peglaus Aufgabe war es, ein einfaches und zugängliches Signal für Fußgänger zu schaffen, um deren Sicherheit zu erhöhen.

Besonderheiten der „Ampelmänner“

Karl Peglau arbeitete lange an der Entwicklung der Fußgängerampeln. Er entschied sich schließlich, eine Figur einzuführen, die Fußgängern auf verständliche Weise anzeigt, wann sie die Straße überqueren können. Der „Ampelmann“ wurde einem typischen Bürger der DDR nachempfunden: ein freundlicher Mann mit rundlicher Figur und Frisur. Sein Erscheinungsbild spielte eine Schlüsselrolle: Die kräftige Statur erleichterte es auch sehbehinderten Menschen, die Lichtsignale wahrzunehmen.

Nach umfangreichen Arbeiten entschied Peglau, die Figur mit einem Hut zu versehen und charakteristische Armbewegungen einzubauen. Die Männchen erschienen sowohl auf grünem als auch auf rotem Lichtsignal: Grün zeigte den Schritt nach vorne, Rot das deutliche Stoppzeichen.

Die ansprechenden Figuren waren bei allen Altersgruppen beliebt, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Ihre Einführung führte zu einer deutlichen Reduzierung der Unfallzahlen an Übergängen. Es ist erwähnenswert, dass die „Ampelmänner“ im Osten Berlins eingeführt wurden, während im Westen herkömmliche Ampeln verwendet wurden.

Neben den Fußgängerampeln entwickelte Peglau auch spezielle Signale für Autofahrer. Seine Erfindungen trugen dazu bei, dass sich die Bürger auf Berlins Straßen sicherer fühlten.

Die „Ampelmänner“ in der Kultur

Die „Ampelmänner“ erlangten schnell Popularität unter den Einwohnern. Sie wurden bald in verschiedenen Bereichen eingesetzt, etwa als Hauptfiguren in Kindersendungen über Verkehrserziehung. Der kleine Mann mit Hut erklärte auf anschauliche Weise, wie man sicher die Straße überquert und wie man sich in Notsituationen verhält. Kinder erhielten Abzeichen und Anhänger mit dem Ampelmann als Belohnung für gute Leistungen im Verkehrstraining.

Ein zweites Leben für die „Ampelmänner“

Nach dem Fall der Berliner Mauer bestand kein Grund mehr, die Hauptstadt in zwei Teile zu teilen. Deshalb wurden ehemalige Symbole des Ostens und Westens konsequent entfernt. Die Regierung beschloss, die „Ampelmänner“ durch einheitliche europäische Ampeln zu ersetzen.

In dieser Zeit trat der Designer Markus Heckhausen auf den Plan. Gemeinsam mit Künstlern und Kollegen suchte er in Ostberlin nach freien Flächen für kreative Projekte. Jahrelang bemalte das Team graue Wände, eröffnete Galerien und organisierte Kunstausstellungen.

1996 begann Heckhausen, die demontierten „Ampelmänner“ von den Straßen zu sammeln. Er restaurierte sie und fertigte daraus exklusive Lampen an. Diese Werke präsentierte er später einem breiten Publikum. Die Presse griff die einzigartigen Lampen des Designers auf und machte sie bekannt.

Der große Medienrummel führte dazu, dass die Regierung beschloss, einen speziellen Ausschuss zum Schutz der „Ampelmänner“ zu gründen. Fortan wurden die besonderen Ampeln nicht mehr entfernt, und die Geschichte der „Ampelmänner“ blieb erhalten. Auch heute sind sie ein fester Bestandteil Berlins und ein Symbol der Stadt.

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