Montag, Februar 9, 2026

Absturz nach Start vom Berliner Flughafen: Details zum Flugzeugunglück 2010

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts machte die Fluggesellschaft Air Service Berlin einen Schritt zurück in die Vergangenheit und bot Passagieren Rundflüge in historischen Flugzeugen an. Einige dieser Maschinen gehörten früher zu den Luftstreitkräften, was sie bei Luftfahrtliebhabern besonders beliebt machte. Doch einer dieser Rundflüge endete 2010 in einer Katastrophe. Zwar gab es keine Todesopfer, doch sieben der 28 Personen an Bord wurden verletzt. Mehr dazu lesen Sie auf berlinfuture.eu.

Die legendäre Maschine

Die Douglas C-47 Skytrain wurde 1944 gebaut und mit zwei Triebwerken ausgestattet. Sie basiert auf dem zivilen Flugzeugtyp Douglas DC-3, weist jedoch einige Unterschiede auf, darunter größere Frachttüren, Hebeösen und einen verstärkten Kabinenboden für schwere Lasten.

Die Maschine nahm an der Operation „Luftbrücke Berlin“ (1948–1949) teil, als die sowjetischen Truppen die Verkehrswege zu den westlichen Sektoren Berlins blockierten. Westliche Alliierten versorgten die Bevölkerung West-Berlins aus der Luft mit Lebensmitteln und Gütern. Der Berliner Douglas C-47 Skytrain erhielt den Spitznamen „Rosinenbomber“, da er neben Kohle und Treibstoff auch Lebensmittel wie Trockenfrüchte abwarf. Trotz des Erfolgs der Operation ereigneten sich einige Zwischenfälle, die meist durch Kollisionen verursacht wurden. Insgesamt starben dabei mindestens 40 Briten, 41 Amerikaner und 6 Deutsche.

Ab dem Jahr 2000 begann die Douglas C-47 Skytrain Rundflüge anzubieten. Das Flugzeug gehörte zu den letzten beiden Maschinen, die 2008 vom Berliner Flughafen Tempelhof abhoben, bevor dieser geschlossen wurde. Tempelhof war bei seiner Eröffnung 1923 eines der 20 größten Gebäude der Welt und besticht durch seine monumentale Architektur mit einem charakteristischen Dach, das sich über das Vorfeld spannt.

Die Unfallursache

Am 19. Juni 2010 hob die Douglas C-47 Skytrain gegen 15:00 Uhr vom Flughafen Berlin-Schönefeld zu einem Rundflug über das Stadtzentrum ab. Doch aufgrund eines Ausfalls des linken Triebwerks konnte die Maschine keine Höhe gewinnen. Die Piloten leiteten eine Linkskurve ein und setzten das Flugzeug auf einer Wiese nahe der Baustelle des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg not. Die Maschine überquerte eine asphaltierte Zufahrtsstraße, durchbrach einen Metallzaun, rollte etwa 90 Meter weiter und kam schließlich zum Stillstand.

Folgen des Unfalls

An Bord befanden sich drei Besatzungsmitglieder und 25 Passagiere, darunter der Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann. Alle Insassen konnten das Flugzeug eigenständig verlassen. Sieben Menschen wurden verletzt, vier von ihnen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Flughafenbetrieb wurde für 15 Minuten unterbrochen, bis die Rettungskräfte eintrafen. Ein durch auslaufenden Treibstoff entstandenes Feuer konnte von der Flughafenfeuerwehr gelöscht werden.

Die Douglas C-47 Skytrain erlitt erhebliche Schäden am Heck und am linken Flügel. Aufgrund des historischen Werts der Maschine wurden weltweit Spenden für eine vollständige Reparatur und Restaurierung gesammelt. Bemerkenswert ist, dass der frühere Pilot Gail Halvorsen, bekannt durch seine Süßigkeitenabwürfe während der Luftbrücke, 100 US-Dollar spendete. Bereits im Jahr 2000 war die Maschine restauriert worden, nachdem sie von der Berliner Stadtverwaltung erworben worden war.

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