Sonntag, Februar 8, 2026

Die Geschichte der Berliner Busse

Keine Stadt kann sich ohne ein weit verzweigtes und zuverlässiges öffentliches Verkehrsnetz vollständig entwickeln. Es ist kaum vorstellbar, wie Berlin ohne diese Infrastruktur ausgesehen hätte. Busse sind das älteste öffentliche Verkehrsmittel Berlins und verkehren seit 1846. Lesen Sie weiter auf berlinfuture.eu, um mehr zu erfahren.

Wie fing alles an?

Berlin und Cölln wurden um 1200 als Zwillingsstädte gegründet und durch zwei Handelswege verbunden, die die Spree kreuzten. Öffentliche Verkehrsmittel gab es damals nicht, da die kompakte Stadtstruktur es den Menschen ermöglichte, alles zu Fuß zu erreichen.

1688 wurde in Berlin der erste öffentliche Transportdienst eingeführt: Sänften, die von zwei Männern getragen wurden. Diese Dienste waren teuer und ausschließlich wohlhabenden Bürgern vorbehalten. Später, im Jahr 1739, wurden 14 Fiaker (Pferdedroschken) eingeführt, die jedoch ebenfalls unpopulär blieben.

1825 brachte Simon Kremser überdachte Wagen auf den Markt, die zwischen dem Brandenburger Tor und Charlottenburg verkehrten. Seine Wagen boten Komfort und einen festen Fahrplan, was sie beim Arbeitermilieu beliebt machte.

Die Einführung der Busse

Am 30. Oktober 1846 eröffnete die Concessionierte Berliner Omnibus-Compagnie die ersten fünf Buslinien in Berlin. Mit 20 Wagen und 120 Pferden begann die Ära des Omnibusverkehrs. Innerhalb eines Jahres überstieg das Angebot jedoch die Nachfrage, was zu einem harten Wettbewerb und dem Untergang vieler Unternehmen führte.

1868 wurde die Allgemeine Berliner Omnibus Aktien Gesellschaft (ABOAG) gegründet, die 1929 in die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) integriert wurde.

Der Einfluss der Kriege

Während des Ersten Weltkriegs wurden viele Mitarbeiter und Fahrzeuge der Transportbranche für militärische Zwecke eingesetzt. Ende 1917 verkehrten in Berlin nur noch zwei Buslinien. In dieser Zeit wurden Frauen in zuvor von Männern dominierten Berufen wie Schaffner und Fahrer beschäftigt.

Der Zweite Weltkrieg führte zu ähnlichen Problemen: BVG musste über 150 Fahrzeuge an die Wehrmacht abgeben. Luftangriffe zerstörten einen Großteil der Busse, und zum Kriegsende waren nur 18 von ursprünglich 900 Fahrzeugen funktionsfähig.

Geteiltes Berlin

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin in vier Besatzungszonen aufgeteilt. West-Berlin setzte auf Doppeldeckerbusse, inspiriert von Städten wie London, während Ost-Berlin Trolleybusse einführte.

Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 wurde der Stadtverkehr schrittweise wiedervereinigt. 1991 wurde ein einheitliches dreistelliges System für die Busnummerierung eingeführt.

Das elektrische Zeitalter

Ende 2020 nahm die BVG ihren 100. Elektrobus in Betrieb. Bis 2030 plant das Unternehmen, die gesamte Flotte emissionsfrei zu machen.

Heute betreibt die BVG eine weit verzweigte Busnetzstruktur, zu der normale Busse, Metrobusse, Expressbusse und Nachtbusse gehören.

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