Montag, Februar 9, 2026

Schloss Bellevue

Das Schloss Bellevue, ein architektonisches Meisterwerk von Michael Philipp Boumann, wurde für Ferdinand von Preußen, den jüngeren Bruder Friedrichs II., erbaut. Es hat mehr als zwei Jahrhunderte überdauert und erfreut bis heute die Augen seiner Besucher. Näheres über dieses herausragende Bauwerk in Berlin erfahren Sie auf berlinfuture.eu.

Ferdinand von Preußen

Das Schloss wurde für Friedrich von Preußen, den jüngeren Bruder Friedrichs II., erbaut. Unter Friedrich II., dem Kurfürsten, stieg Preußen in den Kreis der großen europäischen Mächte wie Frankreich, England, Österreich und Russland auf, die diese Region dominierten. Dank Friedrich II. erlebte Preußen eine Ära des aufgeklärten Absolutismus, die von sozialen Reformen, der Abschaffung der Folter und dem Ausbau des Bildungssystems geprägt war.

Doch konzentrieren wir uns auf Ferdinand von Preußen. Ferdinand wurde 1730 als Sohn von Friedrich Wilhelm I. und Sophie Dorothea von Hannover geboren. 1740 übernahm er das Kommando über ein Infanterieregiment. Ab 1756 nahm er an militärischen Operationen in Sachsen, Böhmen und 1757 in Schlesien teil. Aufgrund seines Gesundheitszustands verließ er 1758 die Armee und widmete sich der Entwicklung des königlich-preußischen Johanniterordens.

Architektur des Schlosses

Das Grundstück, auf dem später Schloss Bellevue errichtet wurde, gehörte ursprünglich Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Er errichtete 1746 eine Sommerresidenz südlich des heutigen Schlosses, ergänzt durch eine Lederfabrik und Nebengebäude. Nach dem Entwurf des Architekten Boumann wurden diese in den rechten Flügel des neuen Gebäudes integriert.

Das Schloss wurde als dreiflügelige Anlage gebaut, bestehend aus einem Hauptgebäude (eineinhalb Stockwerke) und zwei zweigeschossigen Seitenflügeln. Der linke Flügel war für Frauen, der rechte, an der Spree, für Männer vorgesehen. Der Stil des Schlosses ist früher Klassizismus. Die Hauptfassade verfügt über 19 Fenster, die durch einen dreiachsigen Mittelrisalit mit einem dreieckigen Giebel und korinthischen Pilastern akzentuiert werden.

Herkunft des Namens

Das Schloss erhielt seinen Namen aufgrund des Ausblicks aus dem Wohnflügel nach Westen, über den Park, die Spree und die Kuppel des Schlosses Charlottenburg. Der Name „Bellevue Palace“ leitet sich aus dem Französischen ab und bedeutet „schöner Ausblick“.

Nutzung des Schlosses

Zu Ferdinands Zeiten diente das Schloss als Vergnügungsstätte. Nach seinem Tod zog sein Sohn Prinz August von Preußen ein, der als Artilleriekommandeur Reformen durchführte, die die Einsatzfähigkeit der Truppe verbesserten. 1843 erbte Friedrich Wilhelm IV. das Schloss und richtete dort 1844 das erste Museum für zeitgenössische Kunst in Preußen ein, das patriotische Werke präsentierte.

Die Instandhaltung des Schlosses war aufwendig. Im Jahr 1870 beschäftigte das Schloss mindestens 22 Bedienstete, darunter Kammerfrauen, Kutscher, Gärtner, Köche und viele andere. Nach 1865 wurde es wieder als Wohnsitz für die königliche Familie und Gäste genutzt. Während des Ersten Weltkriegs beherbergte es das Oberkommando der Armee.

Nach Kriegsende ging das Schloss 1928 von der Hohenzollern-Dynastie in den Besitz des deutschen Staates über. Ab 1929 beherbergte es Büros, eine Küche und einen Ausstellungsraum. Teile wurden vom Museum für deutsche Volkskunde genutzt, und einige Räume konnten gemietet werden. Ab 1938 wurde das Schloss als Gästehaus der Regierung genutzt.

Rekonstruktionen des Schlosses

Das Schloss wurde mehrfach umgebaut und renoviert. Bereits 1786 errichtete Carl Gotthard Langhans den berühmten ovalen Saal, der bis heute im Originalzustand erhalten ist. Während der NS-Zeit wurden 1938 zwei Seiteneingänge zugemauert, die noch als Bogenfenster erkennbar sind.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss schwer beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte 1954–1959 unter der Leitung von Karl-Heinz Schwennicke. Seitdem dient das Gebäude als Residenz des Bundespräsidenten. Im Zuge von Umbauten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts blieb der ovale Saal nahezu unverändert, während andere Räume im Stil der 1950er-Jahre gestaltet wurden.

In den Jahren 1986–1987 wurde das Schloss unter Otto Meitinger renoviert, um es seinem ursprünglichen historischen Zustand anzupassen. Alte Raumaufteilungen wurden rekonstruiert, und die Bundesregierung stellte antike Möbel und Gemälde zur Verfügung.

Das Schloss im 21. Jahrhundert

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde das Schloss Bellevue als Sitz des Bundespräsidenten genutzt. Zu dieser Zeit befand es sich in schlechtem Zustand. 2004–2005 wurden technische Anlagen erneuert und einige Räume modernisiert. Das linke Flügelgebäude wurde zu einem modernen Büro umfunktioniert.

Bis heute ist Schloss Bellevue ein Symbol für deutsche Geschichte und politisches Leben. Es verbindet historische Architektur mit moderner Funktionalität und bleibt ein Ort von nationaler Bedeutung.

Latest Posts

....... . Copyright © Partial use of materials is allowed in the presence of a hyperlink to us.