Montag, Februar 9, 2026

Die Oberbaumbrücke – ein Symbol der Geschichte und Gegenwart Berlins

Berlin, die deutsche Hauptstadt, kann sich mit mehr Brücken rühmen als Venedig. Hier stehen fast 1000 Brückenkonstruktionen, die die unterschiedlichsten architektonischen Epochen widerspiegeln. Eine der schönsten ist die zweistöckige Oberbaumbrücke, die sowohl die Stadt als auch die deutsche Spree überspannt. Sie erinnert an die Einheit Berlins, da sie Friedrichshain und Kreuzberg verbindet – zwei Bezirke, die einst durch die Berliner Mauer getrennt waren. Weitere Details über die Brücke finden Sie in der Veröffentlichung von berlinfuture.eu.

Ersetzt die Holzkonstruktion

Einst stand an der Stelle der heutigen Oberbaumbrücke eine hölzerne Klappbrücke, die 1724 erbaut wurde. Die ursprüngliche Konstruktion wurde errichtet, um Handel und Verkehr über die Spree zu fördern, da sie an einer wichtigen Handelsroute lag, die Berlin mit der Ostsee verband. Nachts wurde die Brücke mit einem schweren Holzstamm, der mit Metallspitzen versehen war, abgesperrt, um Schmuggel zu verhindern. Daher stammt auch der Name der Brücke, da das deutsche Wort „Baum“ sowohl „Baum“ als auch „Holzbalken“ bedeutet. Hier befand sich ein Kontrollpunkt zur Erhebung von Zollgebühren. Bis 1879 wurde die hölzerne Brücke mehrfach umgebaut. Obwohl sie mit 154 Metern die längste der Stadt war, entsprach sie nicht mehr den Anforderungen des zunehmenden Verkehrs.

Bis 1896 wurde die Brücke durch eine moderne Konstruktion ersetzt. Ihr mutiges architektonisches Design erregte weltweite Aufmerksamkeit und wurde schnell zum Symbol für Fortschritt und Wohlstand Berlins. 1902 wurde auf ihrer oberen Ebene das erste Teilstück der Berliner U-Bahn eröffnet. Die erste Strecke führte von der Station Stralauer Tor bis zum Potsdamer Platz. Die Station Stralauer Tor wurde nach Schäden durch Luftangriffe im Jahr 1945 abgerissen, doch von der Station blieben vier mit Sandstein verkleidete Stützpfeiler erhalten.

Die Brücke im 20. Jahrhundert: Zerstörung und Wiederaufbau

Nach der Eingemeindung mehrerer umliegender Gemeinden im Jahr 1920 wurde die Oberbaumbrücke zur Grenze zwischen Friedrichshain und Kreuzberg. Im April 1945 sprengten die Nationalsozialisten den mittleren Teil der Brücke, um den Vormarsch der Roten Armee zu verhindern. Nach dem Krieg wurde Berlin in vier Sektoren aufgeteilt, und die Oberbaumbrücke verband den amerikanischen mit dem sowjetischen Sektor. Obwohl die Brücke schnell repariert wurde, waren einige Schäden bis 1992 sichtbar.

1961 wurde die Berliner Mauer errichtet, ein Bauwerk, das die Stadt in Ost und West teilte. Die Oberbaumbrücke markierte die Grenze zwischen den beiden Teilen der Stadt. Da das gesamte Wasser der Spree auf der Seite Friedrichshains lag, erstreckten sich die ostdeutschen Befestigungen bis zur Uferlinie von Kreuzberg.

Bis Mitte der 1950er Jahre war die Brücke problemlos für Fußgänger, Autos und Straßenbahnen passierbar. Mit dem Bau der Mauer im August 1961 wurde die Brücke für fast 30 Jahre unbrauchbar. Der Verkehr für Autos, Straßenbahnen, Motorräder und Fahrräder wurde eingestellt, nur Fußgänger durften sie zeitweise überqueren. Seit dem 21. Dezember 1963 diente die Oberbaumbrücke als Fußgängergrenzübergang, jedoch nur für Bürger West-Berlins. Ab 1972 wurde die Brücke nach einem Abkommen zwischen den vier Besatzungsmächten wieder für Fußgänger geöffnet.

Wiedervereinigung und Wiederherstellung

Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde die Brücke restauriert und erhielt ihr ursprüngliches Aussehen zurück. Der spanische Architekt Santiago Calatrava fügte in der Mitte eine neue Stahlkonstruktion ein. Im Januar 1992 begann eine umfassende Renovierung, um die im Krieg beschädigten Teile zu rekonstruieren. Am 9. November 1994 wurde die Brücke für Fußgänger und Fahrzeuge wiedereröffnet. Seit 1995 fährt die Berliner U-Bahn wieder über die Oberbaumbrücke.

Symbol für Einheit und Vielfalt

Die Oberbaumbrücke ist ein lebendiges Zeugnis für Berlins reiche Vergangenheit und ständige Entwicklung. Sie ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol der Einheit und der Teilung während des Kalten Krieges. Die Brücke verbindet Geschichte, Kultur und modernen Stadtverkehr und bleibt eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins.

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