Montag, Februar 9, 2026

Das Erbe Berlins – 5 Symbole der DDR

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurde am 7. Oktober 1949 gegründet. Nach der Etablierung des kommunistischen Regimes begann der massive Wiederaufbau der nach dem Zweiten Weltkrieg zerstörten Straßen der Hauptstadt. Die sowjetische Ära hinterließ zahlreiche Bauwerke, von denen nicht alle nach dem Fall der Berliner Mauer rekonstruiert oder abgerissen wurden. Für Touristen wurden spezielle Routen entwickelt, die ikonische Bauwerke der DDR umfassen – historische Zeugnisse einer vergangenen Ära. Lesen Sie mehr unter berlinfuture.eu.

Der Wiederaufbau des Nachkriegs-Berlins

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Hauptstadt stark zerstört, insbesondere die zentralen Bezirke Mitte, Tiergarten und Kreuzberg. Der Wiederaufbau wurde zusätzlich erschwert, weil die Stadt in Sektoren unterteilt war – jede Verwaltung hatte ihre eigene Vision für das neue Berlin. Selbst mit der Trümmerbeseitigung wurde nicht überstürzt: Bis 1949 war erst ein Viertel der Stadt geräumt. Ein Gesetz, das die Beseitigung von Trümmern vorschrieb, trat erst 1954 in Kraft.

Doch bereits 1946 begannen Stadtplaner mit der Wiederherstellung der Infrastruktur. Zu dieser Zeit erhielten deutsche Architekten den Auftrag, Pläne für den Wiederaufbau Berlins zu erstellen.

Karl-Marx-Allee

Diese Straße ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Berlins. Sie liegt in den Bezirken Mitte und Friedrichshain. Nach dem Zweiten Weltkrieg ernannte das sowjetische Kommando den Architekten Hans Scharoun zum Leiter des Bau- und Wohnungsamts des Berliner Magistrats. 1946 präsentierte er einen radikal modernistischen Plan für Berlin, der den Abriss der Altstadt und den Bau völlig neuer Gebäude vorsah.

Nach diesem Plan wurden an der zukünftigen Karl-Marx-Allee zwei Wohnhäuser mit überdachten Galerien errichtet. Doch diese Bauwerke wurden als „dem sozialistischen System fremd“ kritisiert. Anstatt sie abzureißen, wurden sie hinter neu gepflanzten Pappeln verborgen.

Karl Bonatz übernahm die Leitung des Projekts. Er hatte bis April 1945 unter Albert Speer gearbeitet. 1947 stellte er einen neuen Plan vor, der eine radiale Stadtstruktur vorsah und dabei 90 % der bestehenden unterirdischen Infrastruktur nutzte. Die Wohnhäuser wurden monumental im Stil des sozialistischen Klassizismus errichtet – als „Paläste für Arbeiter“, um die technische Überlegenheit der DDR zu demonstrieren.

Die Straße hatte ursprünglich den Namen „Große Frankfurter Straße“, wurde jedoch 1949 zu Stalinallee umbenannt. Im November 1961 erhielt sie schließlich ihren heutigen Namen – zu Ehren von Karl Marx.

Während der DDR-Zeit fanden auf der Allee Paraden und Festumzüge statt. Hier lagen berühmte Orte wie das Café Moskau, das Mokka-Milch-Eisbar, das Kino International und das Hotel Berolina. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden die Wohnhäuser an Investoren verkauft und vollständig saniert. 2020er-Jahre sind die Wohnungen auf dieser Straße sehr begehrt. Das Hotel Berolina wurde 1996 abgerissen, an seiner Stelle entstand ein Verwaltungsgebäude für den Bezirk Mitte.

Checkpoint Charlie

Ältere Berliner erinnern sich noch gut an den Grenzübergang Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße. Er entstand nach der Teilung Berlins und diente als Verbindung zwischen Ost- und West-Berlin.

Seit September 1961 registrierten dort die Wachen der Alliierten ausländische Beamte, die nach Ost-Berlin einreisten. Auch Touristen erhielten dort Informationen über die Regeln für den Aufenthalt in der DDR.

Der Name „Charlie“ stammt aus dem NATO-Alphabet. Der Grenzübergang war als Checkpoint C gekennzeichnet – neben „A“ (Helmstedt) und „B“ (Dreilinden), die Verbindungen zwischen der BRD und West-Berlin bildeten.

Im Oktober 1961 wurde der Checkpoint Schauplatz eines dramatischen Panzerduells, das ihn zum bekanntesten Kontrollpunkt der Stadt machte. Heute dient er als Touristenattraktion, und in der Nähe befindet sich das Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie.

Der Berliner Fernsehturm

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1969 ist der Fernsehturm das höchste Bauwerk Deutschlands. Mit 368 Metern ist er eines der höchsten Gebäude Europas – nach den Fernsehtürmen in Ostankino (Moskau), Kiew und Riga.

Die DDR-Führung wählte den Standort bewusst: Der Turm wurde auf dem Alexanderplatz errichtet, um über die Stadt zu dominieren. Diese Wirkung hat er bis heute nicht verloren.

In den 1960er-Jahren war die TV-Abdeckung in der DDR unzureichend – in einigen Gebieten gab es keinen Empfang. Am 4. August 1965 begann daher der Bau des Fernsehturms, der die Stärke der sozialistischen Ordnung symbolisieren sollte.

Der Turm nahm seinen Betrieb im Oktober 1969 auf. Eine besondere Eigenschaft: Bei Sonneneinstrahlung spiegelt sich auf der Kugel ein Kreuz, was ihm im Volksmund den Spitznamen „Rache des Papstes“ einbrachte.

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde der Fernsehturm zum Symbol der Wiedervereinigung. Heute ist er ein wichtiger Aussichtspunkt mit Restaurant und Bar – die Tische drehen sich langsam, sodass Gäste beim Essen einen 360-Grad-Blick über die Stadt genießen können.

Die Stasi-Zentrale

In der DDR war diese monumentale Zentrale das Symbol der kommunistischen Überwachung. Seit 1950 beherbergte das Gebäude das Hauptquartier des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi), das nach dem Vorbild des sowjetischen MGB (später KGB) organisiert war.

Die Stasi war die größte Geheimpolizei im Ostblock:

  • 7.000 Mitarbeiter allein in der Berliner Zentrale,
  • über 90.000 Stasi-Beamte in der gesamten DDR,
  • 180.000 inoffizielle Mitarbeiter, die aus der Bevölkerung rekrutiert wurden.

Das Hauptquartier wurde als eines der sichersten Gebäude der DDR gebaut – mit extrem stabilem Beton, um jeden Angriff standzuhalten. Dort lagerten mehr als 6.000 Tonnen Akten.

Nach dem Fall der Mauer versuchte die Stasi, Akten zu vernichten. Doch im Dezember 1989 besetzten Bürgerrechtsaktivisten die Stasi-Büros in mehreren Städten. Am 15. Januar 1990 stürmten Demonstranten schließlich die Berliner Zentrale – und retteten einen Teil der historischen Dokumente.

Heute beherbergt das Gebäude das Stasi-Museum, das Besucher aus aller Welt anzieht.

Der Hochhaus „JenTower“

Der 127 Meter hohe Turm liegt in der Nähe des Eichplatzes. Die Idee für den Bau stammt von Hermann Henselmann, dem Architekten der Karl-Marx-Allee.

Im Juni 1969 wurde für den Bau ein erhaltenes Wohnviertel aus der Vorkriegszeit abgerissen. Im Oktober 1972 wurde das Hochhaus als damals höchstes Gebäude der DDR eröffnet.

Ursprünglich sollte das Gebäude als Verwaltungsgebäude für das Kombinat „Carl Zeiss Jena“ genutzt werden. Später wurde es jedoch an die Friedrich-Schiller-Universität Jena übergeben.

1995 mietete das Unternehmen Intershop Communications AG das Gebäude und es wurde als „Intershop Tower“ bekannt. Doch viele Berliner nennen es bis heute Uniturm (Universitätsturm) oder scherzhaft „Keksrolle“ oder „Penis Jenensis“.Nach der Sanierung wurde der Turm als Bürogebäude genutzt. In den oberen Stockwerken befinden sich ein Restaurant und ein Einkaufszentrum.

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