Die Berliner U-Bahn gilt nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa als eine der ältesten. Sie ist die erste U-Bahn in Deutschland und beeindruckt mit ihrer Größe und Technologie. In unserem Artikel auf berlinfuture.eu erzählen wir Ihnen die spannendsten Geschichten aus der Geschichte der Berliner U-Bahn.
Die Entstehungsgeschichte der Berliner U-Bahn
Die Geschichte der Berliner U-Bahn begann bereits im Jahr 1880, als der berühmte deutsche Ingenieur, Erfinder, Wissenschaftler und Unternehmer Werner von Siemens (Gründer des Unternehmens Siemens) vorschlug, in der deutschen Hauptstadt ein Netz von Zügen zu errichten, die unterirdisch fahren sollten. Die Diskussionen über Siemens‘ Vorschlag dauerten bis 1896. Für Deutschland war dies das erste derartige Bauprojekt, und auch andere europäische Länder oder Staaten der Welt hatten zu dieser Zeit keine Erfahrungen mit dem Bau von U-Bahnen. Schließlich entschied die Regierung, mit dem Bau der Berliner U-Bahn zu beginnen. Damals konnte niemand ahnen, dass die Berliner U-Bahn zu einer der größten Errungenschaften der Menschheit werden würde.
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, im Jahr 1902, wurde in Berlin die erste U-Bahn-Linie eröffnet. Paradoxerweise verlief diese nicht unterirdisch, wie geplant, sondern oberirdisch. Ihr Aussehen ähnelte eher einer Brücke, die auf Viadukten verlief. Die erste Hochbahn der deutschen Hauptstadt wurde am 15. Februar 1902 offiziell eröffnet. Sie verband den Zoologischen Garten mit dem Stralauer Tor.
Doch der Bau der Berliner U-Bahn wurde nicht eingestellt: Bereits Ende 1902 wurde die erste Linie bis zum Ernst-Reuter-Platz im Westen der Hauptstadt verlängert.
Der Bau der U-Bahn dauerte erheblich länger als geplant. Viele U-Bahn-Stationen wurden eröffnet und wieder geschlossen, oft an andere Orte verlegt und schließlich dort errichtet, wo die U-Bahn-Linie endete.
Die erste unterirdische Station der Berliner U-Bahn wurde erst im Winter 1910 eröffnet. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs wurden mehrere weitere unterirdische Stationen gebaut. Doch aufgrund zahlreicher Streitigkeiten und Finanzierungsprobleme wurde der Bau für viele Jahre eingestellt.
Im Jahr 1923, bei der Eröffnung einer weiteren Station, entstand ein Problem, das die Sicherheit der Fahrgäste gefährdete. Der Zug hielt weit von der Plattform entfernt, sodass die Fahrgäste Bretter verwenden mussten, um sicher ein- und auszusteigen.
Berliner U-Bahn im Zweiten Weltkrieg
Mit dem Machtantritt Adolf Hitlers im Jahr 1933 änderten sich die Baupläne. Einige Stationen wurden sofort nach dem neuen Führer umbenannt.
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde der Bau der U-Bahn vollständig eingestellt. Einige U-Bahn-Stationen und Plattformen wurden zu Schutzräumen für die Bevölkerung. Aufgrund ständiger Angriffe und Bombardierungen wurde die U-Bahn stark beschädigt. Bis zum Ende des Krieges waren mehr als sechzig Streckenabschnitte vollständig überflutet.
Nach dem Krieg beschloss die Regierung, die U-Bahn so schnell wie möglich wiederherzustellen. Bereits 1945 konnten die Berliner fast alle Stationen wieder nutzen.
Die Berliner Mauer und die U-Bahn
Im Jahr 1961 wurde die Stadt durch die Berliner Mauer geteilt, was auch die U-Bahn betraf. Einige Linien wurden eingestellt, doch die meisten funktionierten weiter. Wieder wurden Stationen umbenannt.
1989, mit dem Fall der Berliner Mauer, wurde die U-Bahn wiedervereint, sodass die Berliner wieder zwischen Ost- und Westberlin reisen konnten. Im Jahr 2002 feierte die Berliner U-Bahn ihr hundertjähriges Bestehen.

Interessante Fakten über die Berliner U-Bahn
Die Berliner U-Bahn ist nicht nur die älteste in Deutschland, sondern auch eine der ersten in Europa. Ihre längste Strecke misst 32 Kilometer, während die kürzeste nur drei Kilometer lang ist. Straßenmusiker dürfen nur auf 40 Stationen auftreten und nur jeweils eine Stunde spielen.
Die U-Bahn-Stationen sind für ihr einzigartiges Design bekannt, einige gelten sogar als Kulturerbe. Fahrräder dürfen zu Stoßzeiten an Werktagen nicht transportiert werden.
Ein weiteres Highlight: Die Berliner U-Bahn hat ihre eigene Hymne! Bereits in den 1920er Jahren schrieb der bekannte Schriftsteller Johannes Bobrowski das Lied „Spaziergang durch Berlin“, das als inoffizielle Hymne der Berliner U-Bahn gilt.