Berlin ist nicht nur die Hauptstadt Deutschlands, sondern auch ein weltbekanntes Touristenziel, das jedes Jahr Millionen von Besuchern anzieht. Die Stadt ist reich an architektonischen, kulturellen und künstlerischen Schätzen, sodass für jeden ein passender Rundgang zu finden ist. Besonders hervorzuheben ist die Museumsinsel, ein einzigartiges Areal mitten in der Spree, das mit fünf weltberühmten Museen beeindruckt. Wer sich für Geschichte, Kunst und Kultur interessiert, kann hier problemlos mehrere Tage verbringen. Mehr dazu auf berlinfuture.eu.
Die Geschichte der Museumsinsel

Wo heute Berlins berühmteste Museen stehen, befanden sich vor Jahrhunderten sumpfige Überschwemmungswiesen, auf denen die Brandenburger Kurfürsten zur Jagd gingen. Im 17. Jahrhundert entschied sich die Regierung, das Gebiet besser zu nutzen. Kanäle wurden gebaut, um den nördlichen Teil der Insel trockenzulegen und dort Lagerhäuser und Speicher zu errichten.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts schlug der Professor Aloys Hirt dem preußischen König Friedrich Wilhelm II. vor, ein Museum für antike Kunst zu errichten. Der Monarch begrüßte die Idee, aber erst sein Nachfolger, Friedrich Wilhelm III., setzte sie um. Berlin sollte als kulturelle Metropole Europas neben Paris und London bestehen.
So entstand 1830 das erste Museum, in dem antike Skulpturen, Waffen und griechischer Schmuck aus der königlichen Sammlung ausgestellt wurden. Ursprünglich als Königliches Museum bekannt, wurde es später in Altes Museum (Altes Museum) umbenannt, da bald darauf das Neue Museum (Neues Museum) eröffnet wurde, das sich auf Papyrussammlungen und ägyptische Kunst spezialisierte.
Heute gehören zur Museumsinsel außerdem die Alte Nationalgalerie, das Bode-Museum und das berühmte Pergamonmuseum. Besucher erreichen die Insel über eine Fußgängerbrücke, die von den Berlinern als „Brücke aus der Gegenwart in die Vergangenheit“ bezeichnet wird. Das Tor zur Museumsinsel bildet der Berliner Dom, der mit seinen 98 Metern Höhe als größte evangelische Kirche Deutschlands gilt.
Geheimnisse des Alten Museums

Das Gebäude gehört zum neoklassizistischen Stil und trägt an seiner Fassade eine lateinische Inschrift, die besagt, dass das Museum 1828 von Friedrich Wilhelm III. gegründet wurde, um die Antike und die freien Künste zu studieren. Die Hauptausstellung des Alten Museums widmet sich den Kulturen des Altertums: den Griechen, Etruskern und Römern.
Das monumentale Säulenportal, das Atrium und die Rotunde erinnern an das Pantheon in Rom. Kein Wunder, dass Friedrich Wilhelm IV. den nördlichen Teil der Spreeinsel als ein „Heiligtum der Kunst und Wissenschaft“ bestimmte.
Reise in die Vergangenheit

Im Erdgeschoss werden Kunstwerke des antiken Griechenlands aus der Zeit zwischen dem 10. und 1. Jahrhundert v. Chr. gezeigt, während das Obergeschoss Exponate aus dem Römischen Reich beherbergt. Zu den bekanntesten Stücken gehören:
- Die Nil-Mosaiken,
- Büsten von Kleopatra und Julius Cäsar,
- Gold- und Silberschmuck, Edelsteinschnitzereien, wertvolle Münzen,
- Die etruskische Kapua-Tafel, die den längsten erhaltenen Text in etruskischer Sprache enthält.
Schätze des Neuen Museums

Die Idee, ein eigenes Museum für ägyptische Artefakte zu schaffen, kam den preußischen Monarchen bereits im 19. Jahrhundert. Der Architekt Friedrich August Stüler entwarf das Gebäude, das zwischen 1843 und 1855 errichtet wurde.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Neue Museum schwer beschädigt. Eine umfassende Restaurierung durch den britischen Architekten David Chipperfield machte es Anfang des 21. Jahrhunderts wieder zugänglich. Heute erstreckt sich das Gebäude über 8.000 Quadratmeter auf vier Ebenen.
Die berühmte Büste der Nofretete

Das Museum beherbergt zahlreiche einzigartige Exponate, darunter:
- „Der Grüne Kopf“,
- Opferkammern des Alten Reiches,
- Die Amarna-Sammlung, zu der die weltberühmte Büste der Nofretete gehört, die in einer vier Meter hohen Vitrine im Nordkuppelsaal ausgestellt ist.
Ein weiteres Highlight ist die „Troja-Sammlung“ von Heinrich Schliemann. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die goldenen Schätze nach Moskau gebracht, kehrten jedoch nach dem Fall der Sowjetunion nach Deutschland zurück. Besonders faszinierend ist der „Berliner Goldhut“, ein Artefakt aus der Bronzezeit, das vermutlich als Kalender diente.
Alte Nationalgalerie – Ein Paradies für Kunstliebhaber

Die Alte Nationalgalerie (Alte Nationalgalerie) beherbergt eine der größten Sammlungen deutscher Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts. Ihr Äußeres erinnert an einen griechischen Tempel – ein Entwurf von Friedrich August Stüler.
Die Idee, eine Galerie für Künstler zu schaffen, geht auf den deutschen Bankier und Kunstsammler Joachim Wagener zurück. Nach seinem Tod vermachte er 262 Gemälde der preußischen Staatsgalerie. Diese Sammlung bildete die Grundlage des Museums, das 1876 unter Anwesenheit von Friedrich Wilhelm IV. feierlich eröffnet wurde.
Schätze des Pergamonmuseums

Das Pergamonmuseum ist das jüngste auf der Museumsinsel. Es wurde nach Plänen des Architekten Alfred Messel errichtet und beherbergt Kunstwerke aus dem Orient.
Die Sammlung enthält Schätze aus Troja, Pergamon, Milet, Babylon, Uruk, Assur und Ägypten. Die bekanntesten Exponate sind:
- Der Pergamonaltar, der die Götter des Olymp im Kampf gegen die Titanen zeigt,
- Das leuchtend blaue Ischtar-Tor aus Babylon,
- Das Markttor von Milet,
- Islamische Kunstwerke, darunter Kuppeln aus der Alhambra in Granada und verzierte Gebetsnischen aus der Türkei und dem Iran.
Eine besondere Attraktion ist die riesige Panoramainszenierung des antiken Pergamon, die den Besuchern das Gefühl gibt, sich im Jahr 129 v. Chr. in der Stadt zu befinden – inklusive Sonnenauf- und untergang sowie realistischen Geräuschen des antiken Marktplatzes.
Fazit

Die Museumsinsel ist ein einzigartiges Kulturerbe, das Kunst, Geschichte und Architektur vereint. Ähnlich wie die Glasbläserinsel Murano in Venedig, die einst ihre Geheimnisse vor Fremden verbarg, teilt die Museumsinsel ihre historischen Schätze heute großzügig mit allen, die sich für Kunst und Geschichte begeistern.