Berlin, eine Stadt mit reicher Geschichte, beeindruckt mit zahlreichen architektonischen Schätzen. Wer sich für die Vergangenheit der deutschen Hauptstadt interessiert, sollte unbedingt eine Tour zu den ältesten Gebäuden der Stadt unternehmen. Viele dieser Bauwerke wurden nach erheblichen Schäden durch Kriege und Brände wiederaufgebaut, behalten jedoch originale Elemente, die an die lange Geschichte der Stadt erinnern. Eine Auswahl der ältesten Bauwerke (ohne chronologische Reihenfolge) präsentiert berlinfuture.eu.
Berliner Dom

Die Geschichte der größten protestantischen Kirche Deutschlands reicht bis ins Jahr 1451 zurück, als an dieser Stelle eine andere Kirche errichtet wurde. Das heutige Gebäude wurde zwischen 1894 und 1905 im Stil der italienischen Hochrenaissance mit barocken Einflüssen erbaut, um die alte Kirche zu ersetzen.
Der Berliner Dom zählt zweifelsohne zu den schönsten Kirchen des Landes und der Welt. Die prachtvolle Innen- und Außengestaltung begeistert Besucher. Besonders sehenswert sind die Hohenzollerngruft mit 90 Grabstätten aus dem 16. bis frühen 20. Jahrhundert, der Altar und die Kaiserliche Treppe. Von der Kuppel hat man eine beeindruckende Panoramaaussicht über die Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Dom schwer beschädigt. Die Hauptkuppel und die Hohenzollerngruft lagen in Trümmern. Nach dem Wiederaufbau erreichte das Gebäude eine Höhe von 98 Metern statt der ursprünglichen 114 Meter. Besonders beeindruckend sind die erhaltenen Glasfenster, Mosaiken und der Altar.
Vor dem Dom befindet sich der Lustgarten, der über die Jahrhunderte mehrfach verändert wurde. Seine heutige Gestalt erhielt er am 24. September 1999 nach einer umfassenden Rekonstruktion. Interessanterweise war der Berliner Dom nie eine Kathedrale im eigentlichen Sinne, da Berlin nie Sitz eines katholischen Bischofs war.
Nikolaikirche

Die zwischen 1220 und 1230 erbaute Nikolaikirche ist die älteste Kirche der Stadt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Dach und Turmspitzen der Kirche durch Bombenangriffe zerstört. 1949 stürzten alle Gewölbe und die nördlichen Pfeiler ein. Erst in den 1980er Jahren konnte die Kirche wieder aufgebaut werden.
Heute dient die Nikolaikirche als Museum und Konzertsaal. Fast jeden Freitag um 17:00 Uhr finden hier Orgelkonzerte statt. Im gotischen Hauptschiff sind interessante Exponate ausgestellt, darunter ein bronzenes Taufbecken von 1398 und eine barocke Kanzel von 1714. Der Altar stammt aus der Spätrenaissance. Besucher können auch die Turmspitzen besteigen.
Schloss Charlottenburg

Das Schloss Charlottenburg, eines der prächtigsten Beispiele barocker Architektur in Deutschland, liegt im gleichnamigen Berliner Stadtteil. Es wurde zwischen 1695 und 1713 auf Anweisung der Königin Sophie Charlotte, der Gemahlin des preußischen Königs Friedrich I., erbaut. Es ist die größte Schlossanlage Berlins und war über sieben Generationen hinweg ein beliebter Rückzugsort der Hohenzollern. Diese ließen einzelne Räume mit prachtvoller Innenausstattung mehrfach umgestalten und Teile der Gärten in königliche Pracht verwandeln.
Nach den schweren Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde ein Großteil des Schlosses rekonstruiert. Heute ist die einstige Sommerresidenz eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Besonders beeindruckend sind die Porzellankammer, die Schlosskapelle und das Schlafzimmer Friedrichs I.
Der Schlossgarten wurde 1697 im Barockstil von Simeon Godeau entworfen, der stark von André Le Nôtre, dem Gestalter der Gärten von Versailles, beeinflusst war. Nach dem Krieg wurde das Zentrum des Gartens im Barockstil restauriert.
Kronprinzenpalais

Das Kronprinzenpalais, das 1663 erbaut und 1857 nach den Plänen von Heinrich Strack im neoklassizistischen Stil umgebaut wurde, ergänzt die architektonische Pracht Berlins. Es diente zeitweise als Residenz preußischer Prinzen und später als Ausstellungsort für moderne Kunst.
Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Palast zwischen 1968 und 1970 restauriert. 1990 wurde hier der Einigungsvertrag unterzeichnet. Heute beherbergt das Palais eine Kunstgalerie, die eine Vielzahl von Meisterwerken präsentiert.
Rotes Rathaus

Das zwischen 1861 und 1869 erbaute Rote Rathaus besteht aus traditionellem roten Backstein und beherbergt den Berliner Senat und den Bürgermeister. Der Bau vereint Renaissance- und gotische Elemente und wurde nach Vorbildern wie dem Rathaus im polnischen Thorn gestaltet. Der Turm erinnert an den Kathedralenturm im französischen Laon.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Rathaus stark beschädigt und von 1951 bis 1958 restauriert. Besonders sehenswert sind der Wappensaal und der Säulensaal im Erdgeschoss. Der Säulensaal, der ursprünglich als Bibliothek diente, wird heute für Ausstellungen genutzt.
Alte Nationalgalerie

Die Alte Nationalgalerie, die zwischen 1862 und 1876 erbaut wurde, ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Museumsinsel. Das neoklassizistische Gebäude präsentiert eine große Sammlung von Gemälden und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, darunter Werke von Caspar David Friedrich, Claude Monet und Édouard Manet.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude stark beschädigt. Die Restaurierung dauerte bis 1969. Das klassizistische Gebäude erinnert an einen antiken Tempel und wurde von Friedrich Wilhelm IV. inspiriert, dessen Ideen die Berliner Architektur des 19. Jahrhunderts stark beeinflussten.
Fazit
Ein Rundgang zu den ältesten Gebäuden Berlins ist eine hervorragende Möglichkeit, die Geschichte der Stadt zu erleben. Von majestätischen Kathedralen über prachtvolle Schlösser bis hin zu ikonischen Denkmälern bieten diese architektonischen Wunder faszinierende Einblicke in die Vergangenheit der deutschen Hauptstadt.